Kreis: Südliche Weinstraße Verbandsgemeinde: Offenbach an der Queich
Die im Tal des Hainbachs gelegene Weinbaugemeinde kann auf eine lange Besiedlungsgeschichte zurück blicken. Funde von geschliffenen Steinbeilen aus der Mittleren Steinzeit, etwa 3000 vor Christus und schwarze Tonurnen aus Hügelgräbern weisen auf eine Besiedlung des Gebietes in dieser Zeit hin. Reste römischer Gutshöfe mit schönen Terra-Sigillata- und Amphorenscherben belegen, dass auch schon die Römer den fruchtbaren Lößboden der Essinger Gemarkung zu schätzen wussten. Ein merowingisches Gräberfeld mit reichen Grabbeigaben wurde 1989 freigelegt, wodurch auch für die frühmittelalterliche Zeit eine Besiedlung nachgewiesen werden konnte.
Das Dorf selbst wurde im 4. Jahrhundert gegründet und hieß damals 'Ossingen', nach seinem Gründer, einem allemannischen Sippenoberhaupt names Osso. Die erste urkundliche Erwähnung von Ossingen bezieht sich auf den Besitz des Klosters Weißenburg zwischen den Jahren 850 und 900.
Das Kloster besaß hier als Reichslehen einen Herrschaftshof mit 90 Morgen Weinbergen, Wiesen, den halben Kirchenzehnten, 5 bewirtschafteten und 13 brachliegenden Höfen.
Mehrere Ritter- und Adelsgeschlechter hatten danach diesen karolingischen Herrschaftshof als Reichslehen und bauten ihn nach und nach in eine feste Burg und schließlich zum Schloss aus. Vor allem die Herren von Schüpfen, von Ochsenstein, von Snidelauch, von Sickingen, von Helmstadt, Steinhauser und von Rosenberg sind hier zu nennen. Vom Jahr 1585 bis 1793 gelangte schließlich das damalige Ober- und Niederessingen unter die Herrschaft der Freiherrn von Dalberg, die sehr hohe Ämter in Staat und Kirche inne hatten.
Die Reste des 1794 zerstörten Schlosses sind heute noch in Essinger Bürgerhäusern zu sehen. Auch die Klöster Heilsbruck, Limburg, Hördt und Hornbach hatten in Essingen große Besitztümer.
Ferner besaß das Kloster Lichtental in Essingen ein freiadliges Hofgut. Darüber hinaus hatte auch noch das Kloster Eußerthal, 3 Gutshöfe, die zeitweise von der Mennonitenfamilie des berühmten Ältesten Hans Nafziger bewirtschaftet wurde.
Im 19. Jahrhundert wanderten viele Essinger in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Der bekannteste unter ihnen ist John George Nicolay, Privatsekretär von Präsident Lincoln. Aus seiner wechselvollen Geschichte hat sich Essingen auch vier historische Sehenswürdigkeiten erhalten.
Zunächst ist dies die Wendelinuskapelle. Die Baugeschichte der Kapelle geht zurück bis in das Jahr 1280, wo sie bereits erstmals urkundlich erwähnt wird.
Die spätgotische Kapelle steht im ehemaligen Ortsteil Oberessingen und besteht aus einem kurzen Langhaus und einem zweigeschossigen Chorturm mit Spitzhelm. Sie birgt kostbare Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die 1968 freigelegt und restauriert wurden. Es handelt sich bei den Darstellungen um einen vollkommen erhaltenen Marienzyklus. Das Sakramentshäuschen und die Beschläge der Sakristeitür stammen aus der Erbauungszeit des Kirchleins.
Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt das historische Rathaus dar. Das vom Kurfürst und Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg 1590 im Renaissancestil errichtete Gebäude weist mit den rundbogigen Öffnungen im Erdgeschoß und der in einem seitlichen Treppenturm untergebrachten Außentreppe zwei typische Merkmale des pfälzischen Rathauses auf. Am Eingangsportal prangt ein schönes Essinger Gemeindewappen.
Auch die evangelische Kirche Sankt Sebastian wurde 1788 unter Einbeziehung von Teilen einer älteren Kirche von 1561 erbaut, der Turm 1862 angefügt. An den Außenwänden der Kirche findet man Grab- und Wappensteine des 16. Jahrhunderts.
Am östlichen Ortsrand der Gemeinde liegt einer der größten und ältesten Judenfriedhöfe der Pfalz. Aus über 30 Gemeinden der Umgebung wurden hier seit 1619 die Toten bestattet.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gemeinde in ihrer Sozialstruktur grundlegend verändert. Aus dem von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Dorf wurde eine attraktive Wohngemeinde mit den notwendigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge.
Der 1975 erstellte Neubau eines dreigruppigen Kindergartens, die vor wenigen Jahren grundlegend sanierte und renovierte Grundschule und die 1987 eingeweihte schmucke Dalberghalle, aber auch die im "Alten Schulhaus" in der Schloßstraße eingerichteten Jugendräume, das Sportgelände am Eichbach und der neue Turnplatz in der Ortsmitte sind wichtige und gern benutzte Einrichtungen, um der Jugend und den Erwachsenen das Einleben und das Zusammenleben in Essingen nicht nur grundsätzlich zu ermöglichen, sondern es in vielfältiger Form auszugestalten.
Viele Feste und Feiern im Jahresablauf wie Fasching, Weinfest, Fußball-, Handball- und Boule-Turniere, Radrennen, Spießbratenessen, Eintages- und Mehrtagesausflüge, Theaterabende, Konzerte der Chor-und Instrumentalgruppen, Sommerfest des Kindergartens, Schulfeste, Open-Air-Veranstaltungen, Weihnachtsmarkt und natürlich die Kerwe mit traditionellem Kerweumzug bringen viel Kurzweil und dokumentieren darüber hinaus auch eine große Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich zu engagieren und das Angebot anzunehmen.
Aber auch die regelmäßigen Programme der Vereine und Gruppen auf sportlichem, sozialem, kulturellem und weiterbildendem Sektor sind aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken, geben ihm Lebendigkeit und vielen Menschen das Gefühl von Geborgenheit. Mit dem 27-Loch-Golfplatz auf dem Ortsteil Dreihof wurde eine besondere Seite zukunftsträchtiger Weiterentwicklung von Essingen geschrieben. Gerade der gute Ausgleich von Altbewährtem, vernünftiger Weiterentwicklung und neuen Visionen läßt die über 1100jährige Weinbaugemeinde zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Weinlagen in Essingen-Pfalz sind:
Essinger Osterberg, Roßberg und Sonnenberg.
Das Dorf selbst wurde im 4. Jahrhundert gegründet und hieß damals 'Ossingen', nach seinem Gründer, einem allemannischen Sippenoberhaupt names Osso. Die erste urkundliche Erwähnung von Ossingen bezieht sich auf den Besitz des Klosters Weißenburg zwischen den Jahren 850 und 900.
Das Kloster besaß hier als Reichslehen einen Herrschaftshof mit 90 Morgen Weinbergen, Wiesen, den halben Kirchenzehnten, 5 bewirtschafteten und 13 brachliegenden Höfen.
Mehrere Ritter- und Adelsgeschlechter hatten danach diesen karolingischen Herrschaftshof als Reichslehen und bauten ihn nach und nach in eine feste Burg und schließlich zum Schloss aus. Vor allem die Herren von Schüpfen, von Ochsenstein, von Snidelauch, von Sickingen, von Helmstadt, Steinhauser und von Rosenberg sind hier zu nennen. Vom Jahr 1585 bis 1793 gelangte schließlich das damalige Ober- und Niederessingen unter die Herrschaft der Freiherrn von Dalberg, die sehr hohe Ämter in Staat und Kirche inne hatten.
Die Reste des 1794 zerstörten Schlosses sind heute noch in Essinger Bürgerhäusern zu sehen. Auch die Klöster Heilsbruck, Limburg, Hördt und Hornbach hatten in Essingen große Besitztümer.
Ferner besaß das Kloster Lichtental in Essingen ein freiadliges Hofgut. Darüber hinaus hatte auch noch das Kloster Eußerthal, 3 Gutshöfe, die zeitweise von der Mennonitenfamilie des berühmten Ältesten Hans Nafziger bewirtschaftet wurde.
Im 19. Jahrhundert wanderten viele Essinger in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Der bekannteste unter ihnen ist John George Nicolay, Privatsekretär von Präsident Lincoln. Aus seiner wechselvollen Geschichte hat sich Essingen auch vier historische Sehenswürdigkeiten erhalten.
Zunächst ist dies die Wendelinuskapelle. Die Baugeschichte der Kapelle geht zurück bis in das Jahr 1280, wo sie bereits erstmals urkundlich erwähnt wird.
Die spätgotische Kapelle steht im ehemaligen Ortsteil Oberessingen und besteht aus einem kurzen Langhaus und einem zweigeschossigen Chorturm mit Spitzhelm. Sie birgt kostbare Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert, die 1968 freigelegt und restauriert wurden. Es handelt sich bei den Darstellungen um einen vollkommen erhaltenen Marienzyklus. Das Sakramentshäuschen und die Beschläge der Sakristeitür stammen aus der Erbauungszeit des Kirchleins.
Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt das historische Rathaus dar. Das vom Kurfürst und Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg 1590 im Renaissancestil errichtete Gebäude weist mit den rundbogigen Öffnungen im Erdgeschoß und der in einem seitlichen Treppenturm untergebrachten Außentreppe zwei typische Merkmale des pfälzischen Rathauses auf. Am Eingangsportal prangt ein schönes Essinger Gemeindewappen.
Auch die evangelische Kirche Sankt Sebastian wurde 1788 unter Einbeziehung von Teilen einer älteren Kirche von 1561 erbaut, der Turm 1862 angefügt. An den Außenwänden der Kirche findet man Grab- und Wappensteine des 16. Jahrhunderts.
Am östlichen Ortsrand der Gemeinde liegt einer der größten und ältesten Judenfriedhöfe der Pfalz. Aus über 30 Gemeinden der Umgebung wurden hier seit 1619 die Toten bestattet.
In den letzten Jahrzehnten hat sich die Gemeinde in ihrer Sozialstruktur grundlegend verändert. Aus dem von Landwirtschaft und Weinbau geprägten Dorf wurde eine attraktive Wohngemeinde mit den notwendigen Einrichtungen der Daseinsvorsorge.
Der 1975 erstellte Neubau eines dreigruppigen Kindergartens, die vor wenigen Jahren grundlegend sanierte und renovierte Grundschule und die 1987 eingeweihte schmucke Dalberghalle, aber auch die im "Alten Schulhaus" in der Schloßstraße eingerichteten Jugendräume, das Sportgelände am Eichbach und der neue Turnplatz in der Ortsmitte sind wichtige und gern benutzte Einrichtungen, um der Jugend und den Erwachsenen das Einleben und das Zusammenleben in Essingen nicht nur grundsätzlich zu ermöglichen, sondern es in vielfältiger Form auszugestalten.
Viele Feste und Feiern im Jahresablauf wie Fasching, Weinfest, Fußball-, Handball- und Boule-Turniere, Radrennen, Spießbratenessen, Eintages- und Mehrtagesausflüge, Theaterabende, Konzerte der Chor-und Instrumentalgruppen, Sommerfest des Kindergartens, Schulfeste, Open-Air-Veranstaltungen, Weihnachtsmarkt und natürlich die Kerwe mit traditionellem Kerweumzug bringen viel Kurzweil und dokumentieren darüber hinaus auch eine große Bereitschaft vieler Bürgerinnen und Bürger, sich zu engagieren und das Angebot anzunehmen.
Aber auch die regelmäßigen Programme der Vereine und Gruppen auf sportlichem, sozialem, kulturellem und weiterbildendem Sektor sind aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken, geben ihm Lebendigkeit und vielen Menschen das Gefühl von Geborgenheit. Mit dem 27-Loch-Golfplatz auf dem Ortsteil Dreihof wurde eine besondere Seite zukunftsträchtiger Weiterentwicklung von Essingen geschrieben. Gerade der gute Ausgleich von Altbewährtem, vernünftiger Weiterentwicklung und neuen Visionen läßt die über 1100jährige Weinbaugemeinde zuversichtlich in die Zukunft blicken.
Weinlagen in Essingen-Pfalz sind:
Essinger Osterberg, Roßberg und Sonnenberg.
Kirchen & Klöster
Pfalz
Objekt-Nr.: 12244
Die Wendelinuskapelle in Essingen ist ein europäisches Kulturdenkmal. Eigentümer der um das Jahr 1280 erbauten Kapelle sind die protestantische und die katholische Kirchengemeinden in Essingen. Im April 1990 wurde der Heimatverein "St. Wendelinus e.V. Essingen" gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Kleinod zu unterhalten und mit Leben zu erfüllen. 1999 wurde in Eigenleistungen des Ve
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