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Kapelle St. Cuno


54497 Morbach

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Kirchen & Klöster



Anno, der mächtige Bischof von Köln, Vormund und Berater des jungen Kaisers Heinrich IV., hatte es erreicht, seinem Neffen Cuno von Pfüllingen den Bischofssitz in Trier zu beschaffen. Aber der Klerus und das Trierer Volk widersetzten sich der Einmischung des Kölner Bischofs und des Kaisers

Als Cuno auf dem Weg nach Trier ist, um dort sein Amt anzutreten, wird er am 18. Mai 1066 bei Bitburg vom Schirmvogt der Trierischen Kirche überfallen und gefangen genommen. Der Schirmvogt, Graf Dietrich, lässt Cuno nach Ürzig zur Burg bringen. Am 1. Juni sollen der Überlieferung nach Kriegsknechte ihn dort viermal vom Felsen gestürzt und ihn anschließend mit dem Schwert erschlagen haben. Auf dem Friedhof in Lorscheid wird er begraben.

Um Cuno eine würdige Ruhestätte zu geben, lässt 1070 Bischof Theoderich von Verdun, ein Günstling Annos, in der Abtei Tholey eine Grabgruft errichten und den Leichnam Cunos von Lorscheid nach Tholey überführen. Die Ochsen, die den Karren mit dem Sarg ziehen, schaffen die Strecke nur etappenweise. Sie bleiben genau an der Stelle, an der heute die Kapelle steht, stehen und gehen keinen Schritt mehr weiter, so dass die Begleiter an Ort und Stelle rasten und übernachten müssen. Neugierige aus den umliegenden Dörfern begeben sich zum Ratsplatz und und lassen sich die Geschichte des Martyriums des Cuno von Pfüllingen erzählen.

Zum Andenken an das Ereignis mit dem hl. Cuno ließ wohl Bischof Theoderich von Verdun eine kleine Kapelle errichten. Später wurde wohl unter dem Trierer Bischof von Falkenstein eine große Kirche erbaut. Diese musste in der napoleonischen Zeit abgerissen werden. Nur das Chor blieb stehen. Es dient heute als Friedhofskapelle.