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Die Stiftskirche

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Kirchen und Klöster
Aktualisiert am: 23.01.2010
Beschreibung
Jeder, der zu Besuch nach Neustadt an der Weinstraße kommt, wird vom Wahrzeichen der Stadt beeindruckt sein: der Stiftskirche, mit ihren zwei ungleichen Türmen, die sich kraftvoll aus einem Meer von roten und schwarzen Dächern erhebt....

Sie ist die größte und künstlerisch wertvollste gotische Kirche der Pfalz.

Verglichen mit der Einturmfassade der St. Marienkriche haben - obwohl durch Jahrhunderte getrennt - beide Kirchenbauten viele Gemeinsamkeiten: die gotischen Stilformen, der kreuzförmige Grundriss mit Vierung, der die heimischen Gesteinsformen widerspiegelnde Wechsel von rotem und gelbem Sandstein sowie die Kirchenpatronin Maria. Beiden ist eine archaische Wehrhaftigkeit nicht abzusprechen, vor allem zeigt sich diese in den dämonenabweisenden Wasserspeiern an der Fassade der Stiftskirche. Die architektonischen Unterschiede sind nicht weniger beeindruckend. Bald nach der Gründung des Kollegiatstifts (1356) durch die rheinischen Pfalzgrafen Rudolf II. und Ruprecht I. aus dem Hause Wittelsbach mit dem Bau der Stiftskirche „Unserer Lieben Frau“ begonnen. Der Stiftschor mit den beiden Oratorien, dem Deckengemälde und den Glasfenstern, von denen nur noch Reste in Museen in Speyer und Brüssel zu sehen sind, wurde als Grablage konzipiert, wovon zahlreiche Grabplatten im Chor, auch die der Stiftsgründer, Zeugnis ablegen. Das monumentale Memorialgemälde zeigt die beiden Herrscherpaare König Ruprecht I. mit Gemahlin Elisabeth von Hohenzollern und deren Sohn Pfalzgraf Ludwig III. mit Blanka von England in Andachtshaltung vor einem Jüngsten Gericht.
Die infolge der Religionsdeklaration von 1705 wenige Jahre später eingezogene Trennmauer dient zwar der Simultannutzung von Protestanten und Katholiken (Stiftschor), stört aber die Raumwirkung. Nur der Denkmalschutz und leere Kirchenkassen verhindern noch den Abriss.
Von der ursprünglichen Ausstattung haben sich eine Steinkanzel und der Torso eines Chorgestühls als gotische Kostbarkeiten aus dem 15. Jahrhundert erhalten. Die zwischen die Türme eingepasste Vorhalle (Paradies) mit ihren an die Kirchenpatronin erinnernden Deckengemälden sind nach der 2005 abgeschlossenen Restaurierung Pflichtprogramm eines jeden Besuchers.

Schwindelfreie Besucher können jeden Samstag um 12 Uhr den Südturm (57 m) besteigen. Es lohnt sich! Der Blick über Marktplatz und Innenstadt und auf die umliegenden Reben und den Pfälzerwald ist grandios. In diesem Turm wohnte bis 1970 noch der letzte "Türmer" Deutschlands. Der Nordturm (64m) beherbergt die Kaiserglocke, die größte Gussstahlglocke der Welt. Und: Jeden Donnerstag um 11 Uhr stehen Kirchenführungen auf dem Programm. Treffpunkt: Eingang der Marktplatzseite. Dauer ca. 1 Std. Preis: 2,- €.

Daten und Fakten:

    * 1368: Grundsteinlegung
    * 1383: Chorweihe
    * 1489: Doppeltürme vollendet
    * 1707: Teilung der Kirche in einen protestantischen und einen katholischen Teil. Grabstätte der Pfalzgrafen Rudolf II.

Öffnungszeiten der Stiftskirche:
Protestantischer Teil:
Montag 11.00-13.00 Uhr   
Dienstag 12.00-14.00 Uhr   
Mittwoch 11.00-15.00 Uhr   
Donnerstag 10.00-14.00 Uhr   
Freitag 11.00-13.00 Uhr   
Samstag 10.00-12.00 Uhr
Katholischer Teil:     
täglich von 9.00-16.00 Uhr


Lage
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Marktplatz 1, 67433 Neustadt
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