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Die Seffersbachbrücke

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Aktualisiert am: 14.10.2009
Beschreibung
Letzte erhaltene Hängegurtbrücke „System Möller“ im Saarland

In Merzig steht ein Baudenkmal, von dem bisher kaum einer Kenntnis genommen hat: die Seffersbachbrücke im Zuge der Trierer Straße. Lange Zeit führten Industrie- und reine Ingenieurbauwerke neben den klassischen kunsthistorischen Denkmälern wie Schlösser, Kirchen usw. ein Dornröschendasein. Zu Unrecht; denn auch sie legen Zeugnis ab von der baulichen Tätigkeit ihrer Epoche. Mehr noch; gerade Brücken zeugen oftmals intensiver als andere Bauwerke von Erfindergeist und hohem konstruktivem Können ihrer Erbauer.Auch die Merziger Brücke fand erst durch die anstehende Generalsanierung die ihr zustehende Anerkennung und steht seit diesem Jahr auf der Liste der hiesigen Baudenkmäler. Im Rahmen des bundesweit durchgeführten „Tag des offenen Denkmals“ am 12. 9. 2004 wurde sie auch aufgenommen in die Objektliste.

Die Brücke wurde 1901 vom Braunschweiger Bauunternehmen Drenckhahn & Ludkop ausgeführt. Dem historischen

Zeitgeschmack kam der neobarocke Dekor der Brückenwangen in Zementstuck entgegen: ein stilisierter Eierstab am jeweils äußeren Hängegurt, Voluten an den Auflagern. 1936 wurde die Brücke an der Westseite durch einen Gehweg verbreitert. Dadurch waren die Verzierungen nicht mehr sichtbar. Bei der jetzt durchgeführten Sanierung wird die Brücke in ihren Originalzustand zurückgebaut. Entwickelt hat diese Bauweise Max Möller (1854-1935). Er wirkte als Baurat in Hamburg, Karlsruhe und Leipzig. Seit 1890 war er Professor an der Technischen Hochschule Braunschweig. Zusammen mit der vorgenannten Bauunternehmung entwickelte er u.a. diese Brückenbauweise und meldete sie 1894 zum Patent an.

Damals gab es nur wenig entwickelte Rechenverfahren für den statischen Nachweis. Die Tragfähigkeit wurde über Versuchsbelastungen ermittelt. Noch heute ist im Übrigen die Berechnung des Tragverhaltens dieser Brücken nur näherungsweise möglich.

Das Hervorzuhebende bei dieser Brücke ist die Konstruktionsart. Bei der Belastung eines jeden Trägers, egal welcher Spannweite, entstehen auf der Oberseite Druckkräfte, auf der Unterseite Zugkräfte. Beton kann problemlos Druckkräfte aufnehmen, erreicht bei Zugkräften aber ziemlich schnell seine Belastungsgrenze. Eisen bzw. Stahl hingegen ist auch in der Lage, Zugkräfte zu übertragen. Von daher kamen die Ingenieure vor mehr als hundert Jahren auf die Idee, Verbundkonstruktionen zu entwickeln. Zu den ersten Versuchen dieser Art zählen die Hängegurtbrücken, die Prof.

Möller zum Ende des vorletzten Jahrhunderts entwickelte. Es handelt sich um eine sog. Plattenbalkenkonstruktion aus Betonträgern im Verbund mit fischbauchartig geformten Flacheisen-Zugbändern an der Unterseite. Mehrere nebeneinander liegende Träger dieser Art in unterspanntem Schüttbeton wurden zu einer Tafel aus Plattenbauten verbunden.

Die unteren Flacheisen wurden mit Stahlwinkeln im Beton verankert. Auf eine eigentliche Armierung (im Beton liegende Eisen) wurde verzichtet. Die Flacheisen wurden lediglich überputzt.

Zwischen 1894 und 1920 sind über 500 Möller-Brücken in Mitteleuropa errichtet worden. Erhalten sind davon nur noch wenige Beispiele. Das „System Möller“ hat sich letztendlich nicht durchgesetzt. Heute werden ausnahmslos armierte Stahlbeton-Konstruktionen verwirklicht. Aber die Entwicklung des Ingenieurbaus ist auch auf solche, sich letztendlich als Sackgasse erweisende Entwicklungen, angewiesen. Von daher dokumentiert die hiesige Brücke eindrucksvoll die ersten Ansätze des Baustoffes Stahlbeton, ohne den unsere gebaute Umwelt heute nicht mehr vorstellbar wäre.

Diese Brücke über den Seffersbach ist die letzte erhaltene dieser Konstruktionsart im Saarland und gehört somit zu den bemerkenswertesten Verkehrsbauten in der Region.
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