Die Steinhauerei Ein Stück Geschichte Die Steinhauerei hat in unserer Gegend eine lange Tradition: Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in Alsenz Steinhauermeister genannt, die das barocke Kirchenschiff der Finkenbacher Kirche erbauten. Ab 1830 wurde die Entwicklung der Sandsteinindustrie besonders begünstigt, unter anderem durch den Bau der Alsenzbahn 1870/71. Mehrere Steinhauerbetriebe siedelten sich in Bahnhofsnähe an. Um die Jahrhundertwende waren etwa zehn Steinhauerein in Alsenz ansässig - darunter drei große Firmen mit bis zu 100 Beschäftigten. Insgesamt fanden etwa 1500 Menschen durch die Sandsteinindustrie Arbeit und Lohn. Prunkvolle Bauten künden bis heute aus dieser Zeit. Ein längerer Streik der Steinhauer 1906 sowie das Aufkommen neuer Werkstoffe wie Zement und Beton und nicht zuletzt der 1. Weltkrieg beendeten diese Ära. Der Sandstein Werkstoff aus der Urzeit Sandstein ist ein Sedimentgestein, ein Verwitterungsprodukt, dessen Eigenschaften und Aussehen von der Beschaffenheit der Sedimente und den jeweiligen Entstehungsbedingungen bestimmt sind. Das Alter des Sandsteins im deutschen Raum liegt zwischen 97 Millionen und 390 Millionen Jahren. Die Entstehung des Sandsteins in unserer Region liegt etwa 290 Millionen Jahre zurück. Zu dieser Zeit lagen große Teile Europas noch unter Wasser, bedeckt von Meeren, Seen und Flüssen. Im Lauf der Zeit vermischten sich Sande mit Bindemitteln wie Kalk, Mergel und Kieselsäure und verfestigten sich durch den Druck von aufliegenden Gesteinsschichten. Durch Einschlüsse von Pflanzen und Mineralien erhielt der Sandstein seine jeweilige Struktur und Färbung. Die Steinhauer Die Steinhauer, Steinbrecher, Hilfskräfte und Tagelöhner führten ein hartes und karges Leben. Selten hatten sie eine abgeschlossene Berufsausbildung als Geselle oder gar Meister. Gleich nach dem Ende ihrer Schulzeit wurden sie, oft unter der Obhut des Vaters, in die Steinmetzbetriebe und Sandsteinbrüche mitgenommen, wo sie durch ihre Arbeit zum Lebensunterhalt der meist kinderreichen Familie beitragen mussten. Der Lohn für die körperlich harte Arbeit war, entsprechend der Ausbildung, gering. Zudem erkrankten viele Arbeiter durch die ungesunden Arbeitsbedingungen an Staublunge, sodass sie vielfach schon im Alter von 40 oder 50 Jahren verstarben. Der "Blaue Montag" (Unterlassung der Arbeit am Montag) und das Feiern an den örtlichen Festtagen nahm jedoch trotz des arbeitsintensiven Lebens eine große Rolle ein. Die Werkstatt Alles griffbereit Die Steinhauer-Werkstatt mit Sandsteinwerkstücken im Erdgeschoss zeigt zahlreiche Werkzeuge, die zur Steinbearbeitung benötigt werden. Daneben finden sich Steinhauerkisten, Mess- und Anreißgeräte, Transport- und Hebevorrichtungen sowie ein drehbarer Schleifstein. Eine kleine Schmiedeeinrichtung, wie sie zum Schärfen der Werkzeuge benötigt wird, ist ebenfalls ausgestellt. An einer Reihe von Werkstücken werden die verschiedenen Arbeitstechniken der Steinbearbeitung vorgestellt. Hier haben die Besucher auch selbst Gelegenheit, ihre handwerklichen Fähigkeiten auszuprobieren und sich im Steinhauen zu üben. Die Galerie Alles unter einem Dach Die Galerie im Dachgeschoss bietet einen stilvollen Rahmen für wechselnde Aus- stellungen, Vorträge und Lesungen. Die offene Dachkonstruktion gewährt Einblicke in die traditionelle Arbeitsweise der Zimmerleute im 16. und 17. Jahrhundert - die Zeit in der das heutige Museum erbaut wurde. Eine Dauerausstellung in der Galerie zeigt Modelle Nordpfälzer Fachwerkbauten, die von Schülern der Fachoberschule Kaiserslautern unter Mitwirkung ihres Lehrers Knut Deutschle, angefertigt wurden.
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