Nederlandse Versie Urlaub in Rheinland-Pfalz English Version Urlaub in Rheinland-Pfalz
Informationen zum Anbieter:

Klicken Sie das Bild an um es zu vergrößern
Anbieter auf der Karte zeigen


Anschrift

Ruine Schmidtburg


55626 Bundenbach

Angebote

Burgen & Schlösser




Die Entstehung der Schmidtburg geht auf das Jahr 926 zurück. Damals erwarben 3 fränkische Edelleute im Tausch mit der Reichsabtei St. Maximin bei Trier einen Felssporn mit umliegenden Ländereien, auf dem sie eine Veste errichten wollten. Rund 150 Jahre blieb die Burg in der Folgezeit unerwähnt. Erst in der 2. Hälfte des 11. Jhds. wird die Burg als "Schmidtburg" urkundlich genannt.
Wappen der Schenken
von Schmidtburg

Wenn man sich die versteckte Lage der Burg vergegenwärtigt (umringt von höheren Bergen) und zugleich bedenkt, dass die Burg solange nicht erwähnt wurde, entsteht der Verdacht, dass dieses Objekt als besonders schützenswert gegolten hat und möglicherweise der Geheimhaltung unterlag.


Möglicherweise war auch die Schmidtburg ein solch wichtiges Objekt, das um die Jahrtausendwende eine besondere Funktion hatte und geschützt werden musste. Es liegt nahe an eine militärische Funktion zu denken, denn damals fielen wiederholt ungarische Reitervölker und die Normannen in das Frankenreich ein und verwüsteten die Gegend. Vielleicht war die Schmidtburg des Mittelalters eine der ersten Waffenschmieden bzw. Rüstungsbetriebe im Nahe- und Hunsrückraum, worauf Gussrückstände, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden, schließen lassen.


Wahrscheinlich war die Burg auch Stammsitz der Grafen im Nahegau, den so genannten Emichonen, die in Vertretung des Königs wesentliche Hoheitsrechte im Nahe- und Hunsrückraum wahrnahmen. (z.B. Führung des Heerbannes, Ausübung der Hochgerichtsbarkeit und die Forsthoheit). Im Spätmittelalter verloren sie dann zunehmend an Bedeutung, wofür mehrere Gründe ausschlaggebend waren:


Zum einem führten interne Familienstreitigkeiten und Erbteilungen zu einer Schwächung des wildgräflichen Hauses. Zum anderen gewannen die Fürsten, nämlich die Erzbischöfe von Trier und Mainz und die pfälzischen Herzöge und Grafen immer größere Macht. Als Kurfürsten hatten sie bedeutenden Einfluss auf die Königswahl, was in der Goldenen Bulle (1356) gesetzlich festgelegt war. Gleichzeitig versuchten die Fürsten zusammenhängende Territorien zu bilden und Gebiete, die bisher vom eingesessenen Adel (Grafen von Sponheim / Wildgrafen) beherrscht wurden, ihrem Einfluss zu unterwerfen.
Das gelang an dieser Stelle besonders dem Grafen Balduin von Luxemburg, der als Erzbischof und Kurfürst von Trier um die Mitte des 14. Jh.s. die Schmidtburg endgültig in den Besitz des Trierer Erzstiftes brachte. Er baute auch die Schmidtburg zur jetzt sichtbaren Größe aus, machte sie zu einem militärischen Stützpunkt und zum Verwaltungssitz des kurtrierischen Amtes Schmidtburg. Während der so genannten Dhauner Fehde, die Balduin mit dem Wildgrafen Johann von Dhaun wegen der Schmidtburg führte, weilte der streitbare Erzbischof selbst mehrere Monate auf dieser Burg.


Durch den Verlust der Schmidtburg verloren die Wildgrafen weiter an Einfluss. Eine gewisse Selbstständigkeit und regionalpolitische Bedeutung konnten sie dennoch wahren, da sie in wechselseitigem Lehensverhältnis der Kurfürsten von Mainz, Trier und der Pfalz standen und je nach politischer Lage Partei für den einen oder anderen ergreifen konnten. Sie erfüllten damit eine gewisse Jokerfunktion im politischen Kartenspiel der ganz Großen, deren landesherrliche Bedeutung noch heute im rheinland-pfälzischen Wappen mit dem Mainzer Rad, dem Trierer Kreuz und dem pfälzischen Löwen symbolisch dargestellt ist.




Die Schmidtburg hatte ihre Blütezeit im 14./15. Jh. Die Burgmannenbesatzung bestand aus 7-9 Rittern auf der Unterburg. Als eines der bedeutendsten Burggrafengeschlechter der Schmidtburg gelten die Schenk von Schmidtburg. Der Familienname "Schenk" von Schmidtburg kommt vom kurtrierischen Schenkenamt (eines der 4 Erzämter), das die Schmidtburger Amtmänner über Generationen ausübten.

Im 16. Jh. waren die Burgmannensitze auf der Unterburg verlassen. Durch die Entwicklung der Feuerwaffen und die Bildung fürstlicher Landesheere verlor die Burg ihre wehrtechnische Bedeutung. Viele Burgmannen begaben sich als Ministeriale in fürstliche Verwaltungsdienste oder ließen sich als Landsknechte anwerben. Die endgültige Zerstörung der mittelalterlichen Festung erfolgte 1688, als im Rahmen der Reunionspolitik Ludwigs XIV. Festungsmauern und Türme von französischen Pionieren gesprengt wurden.

Betroffen waren auch Wohngebäude auf der Oberburg. Nach deren Wiederherstellung um 1750 wurde die Oberburg bis Ende des 18. Jh.s., als erneut französische Truppen den linksrheinischen Raum besetzt, von kurtrierischen Amtmännern bewohnt. Mit der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform von 1798 verlor schließlich auch die Schmidtburg - nach dem Verlust der militärischen Bedeutung - ihre Funktion als Verwaltungsort. Die Burg wurde in der Folgezeit wüst. Der Zerfall wurde beschleunigt, indem die Bewohner der umliegenden Orte die Steine zum Bau ihrer Häuser verwandten.