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Anschrift

Katholische Pfarrkirche St. Martin

Kirchstrasse
67487 St. Martin

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Kirchen & Klöster



Die Pfarrkirche steht an einer ehemaligen Kreuzung zweier Römerstraßen.
Um das Jahr 700 wurde hier eine erste kleine Wallfahrtskirche aus Holz errichtet, die dem fränkischen Nationalheiligen Martinus gewidmet war. Diese wich um etwa 1200
einem Steinbau, welcher wahrscheinlich mit Kreuz- und Mittelschiffwölbung ausgestattet war.
1488 wurde der Turm westlich der Kirche angefügt und 1492 der Chor in Richtung Osten.
Der Mittelbau war dreischiffig. Aus dieser Kirche blieben die Kirchenbänke aus dem
14. Jahrhundert erhalten, eine Rarität von höchstem Wert.
Sie stehen heute auf der Empore.

Als im Jahre 1689 unter dem Oberbefehl des französischen Generals Ezechiel de Melac
viele Städte, Dörfer, Schlösser und Burgen in der Pfalz ein Raub der Flammen wurden,
schützte ein Irrtum die mittelalterlichen Kunstwerke der St. Martiner Kirche vor
der gnadenlosen Zerstörung: Nachdem die Franzosen die Kropsburg in Brand gesetzt hatten, zogen sie eiligst den Berg hinab nach St. Martin. Furcht und Schrecken verbreitend, tobten sie durch die Gassen und Häuser. Da ertönten plötzlich scharfe Kommandos, und das Kriegsvolk sammelte sich, um die Kirche zu erstürmen. Mit lautem Geschrei drangen die Franzosen in die Kirche ein, und jeder rechnete nun damit, dass sie
diese in Schutt und Asche legen würden... Doch nichts dergleichen geschah!
Mit einemmal wurden die Kirchentüren aufgerissen, und wie von Furien gehetzt
stürzten die Belagerer wieder heraus. Immer wieder riefen sie: "Bourbonen! Bourbonen!" und stürmten davon. Nach und nach kamen die Bewohner St. Martins aus ihren Verstecken und fragten sich, was den Feind
so erschreckt haben mochte. In der Kirche fand man dann des Rätsels Lösung:
Die ungebildeten Krieger hatten geglaubt, als sie in der Kirche das Dalbergische Wappen erblickten - sechs Lilien auf blauem Schild -
sie seien in bourbonischen, also königseigenen, Besitz eingedrungen.
(Die Bourbonen regierten Frankreich von 1589-1792. Ihr Wappen war ein blauer Schild mit drei goldenen Lilien). So hat die Verwechslung der Wappen St. Martin vor
viel Unheil bewahrt!